Ultraorthodoxen drohen lange Gefängnisstrafen

Donnerstag, 20. Februar 2014 |  NAI-Redaktion

Ultraorthodoxe Juden, die den Militär- und Zivildienst verweigern, wandern von 2017 an ins Gefängnis. Das sieht ein Gesetzentwurf vor, der vom zuständigen Parlamentsausschuss am Mittwoch Abend verabschiedet wurde. Zuvor hatte es heftige Auseinandersetzungen um die Gesetzesinitiative gegeben. Ultraorthodoxe Abgeordnete hatten die Abstimmung boykottiert, Nationalreligiöse wandten sich gegen die „Kriminalisierung von Bibelstudenten.“ Doch die Mehrheit folgte der Linie des liberalen Finanzministers Yair Lapid. Der fordert, die Lasten innerhalb der israelischen Gesellschaft gleichmäßiger zu verteilen.

In diesem Jahr sollen 3800 Ultraorthodoxe eingezogen werden, 2015 dann 4500 und danach mindestens 5200. Die Armee hat eigene Einheiten geschaffen, die diesen Soldaten einen religiösen Lebensstil ermöglichen (Foto). Bisher waren jene Strenggläubigen, die in Vollzeit die Heiligen Schriften studieren, vom dreijährigen Dienst befreit. Nur wenige meldeten sich freiwillig zur Armee, da sich die führenden Rabbiner dagegen aussprachen. Einige argumentierten, die Gebete der Ultraorthodoxen trügen ebenfalls zum Schutz Israels bei. Andere lehnen den Staat Israel generell ab, weil er von Menschen und nicht vom Messias gegründet worden sei.

In den ultraorthodoxen Medien hagelt es heute Kritik an dem neuen Gesetz. Die als eher moderat geltende Wochenzeitung Mishpacha schrieb: „Netanjahu, Lapid und Bennett erklären Tora-Studenten den Krieg.“ Die ultraorthodoxe Nachrichten-Webseite Kikar Hashabat“ meldete: „Die Verfolgung der Welt der Tora erreicht einen neuen Höhepunkt“. Zahlreiche Rabbiner und ultraorthodoxe Politiker warnen vor einer tiefen Spaltung der israelischen Gesellschaft bis hin zu bürgerkriegsähnlichen Auseinandersetzungen.

Einer der einflussreichsten ultraorthodoxen Rabbiner, Aharon Leib Shteinman, hat erstmals zu Massengebeten gegen das neue Gesetz aufgerufen.

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