Hamas-Islamisten: Im Gazastreifen regiert die Angst

Mittwoch, 20. November 2013 |  Aviel Schneider

Die Hamas-Terrororganisation im Gazastreifen gerät zunehmend unter Druck. Ihr Patron, der ägyptische Präsident Mohammed Mursi, ist von der politischen Bühne gefegt worden. Die Schmuggeltunnel in den Gazastreifen werden von Ägypten und von Israel vernichtet. Die Mullahs in Teheran haben den Geldhahn zugedreht. Die Hamas reagiert auf den drohenden Bedeutungsverlust mit einer zunehmenden Radikalisierung: Im Gazastreifen regieren die Islamisten mit brutaler Gewalt – eine Schreckensherrschaft.

Etliche Palästinenser aus Jerusalem und der Region um Hebron haben israel heute berichtet, wie radikal die Hamas geworden ist: „Die Hamas muss heute strenger eingreifen, weil die Unzufriedenheit innerhalb der palästinensischen Bevölkerung wächst“, berichtet Adel aus Jerusalem, dessen Onkel in Abasan al Kabir bei Khan Yunis lebt: „Gaza ist zur Hölle geworden. Wer heute den Mund gegen die Hamas aufmacht, wird sofort verhaftet und gefoltert. Glaubt mir, die Menschen sehen, dass die Hamas keine Lösung für ein besseres Leben im Gazastreifen ist.“

Noch vor einem Jahr schien die Hamas auf dem Höhepunkt ihrer Popularität zu sein. Als die israelische Militäroperation „Wolkensäule“ im Gazastreifen am 21. November 2012 zu Ende ging, war es der internationale Hamas-Chef Khaled Maschaal, der in einer Pressekonferenz in Kairo prahlte, Israel in die Knie gezwungen zu haben. In den folgenden Wochen wurde die Hamas in den arabischen Ländern dafür gerühmt, Israels Armee zur Kapitulation gezwungen zu haben. Die Hamas feiert den Jahrestag ihres angeblichen „Sieges über Israel“ mit Militärparaden (Bild: am 14. November 2013 im Gazastreifen).

Tatsächlich hat die Hamas aktuell wenig Anlass um zu feiern. Denn die politische Großwetterlage im Nahen Osten hat sich stark verändert. Der syrische Staatschef Assad hält - allen Prognosen zum Trotz - dem Aufstand in seinem Land stand, der unter anderem von der Hamas unterstützt wird. Die Rebellen in Syrien sind Sunniten, ebenso wie die Hamas. Assad, ein Alawit, wird dagegen von den Schiiten im Iran unterstützt, die sich im theologischen Krieg mit den Sunniten befinden. Auch die Hisbollah im Südlibanon hat sich zusammen mit dem Iran auf die Seite Assads gestellt. Wegen des „illoyalen Verhalten“ der Hamas stoppte Teheran die finanzielle Unterstützung für die Gotteskrieger im Gazastreifen. Zudem stürzte der ägyptische Armeechef Abdel Fattah al Sisi die Regierung unter Mursi und befreite Ägypten von der Herrschaft der Muslimbruderschaft, die das radikale Hamas-Regime im Gazastreifen gefördert hatte. Sisi sieht in der Hamas enge Verbündete der Muslimbruderschaft. Nun will Sisi wieder Ordnung und Kontrolle, besonders im Sinai, herstellen. Er bekämpft mit aller Härte das Eindringen von Al Qaida-Terroristen und den Raketenschmuggel in den Gazastreifen.

„Der Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen ist im letzten Jahr um 98 Prozent gesunken, und dies ist der Operation Wolkensäule zu zuschreiben“, betonte Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu. Die Hamas analysiert unterdessen die politische Situation, verhält sich nach außen ruhig und bereitet sich auf eine neue gewaltsame Auseinandersetzung mit Israel vor.

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