Juden verhaftet: Sie sangen auf dem Tempelberg

Freitag, 18. Oktober 2013 |  Ryan Jones

Zehn jüdische Männer wurden diese Woche auf dem Tempelberg von der Polizei festgenommen. Ihr Vergehen: Sie hatten auf dem Jerusalemer Tempelberg eine israelische Flagge entfaltet und die israelische Nationalhymne gesungen.

Jüdische Äußerungen jeglicher Art, ob nationalistisch oder religiös, sind auf dem Tempelberg streng verboten, und das obwohl er als heiligste Stätte im Judentum gilt und Jerusalem zudem die Hauptstadt des Landes ist.

Scheich Yusuf Adeis, ein muslimischer Geistlicher vor Ort, erklärte gegenüber den arabischen Medien, das Verhalten dieser jüdischen Männer stelle ein „abscheuliches Verbrechen“ und eine „Verletzung aller Vereinbarungen“ dar.

Um vom Tempelberg verwiesen zu werden, reichen schon weitaus weniger auffälligere „Delikte“. Erst letzte Woche wurden drei Juden abgeführt, die auf dem Platz leise Gebete verrichtet hatten.

Der Oberste Gerichtshof hat übrigens das Recht der Juden, auf dem Tempelberg zu beten, mit dem Hinweis auf Israels Religionsfreiheit erneut bestätigt. Allerdings erlaubt dieser Gerichtshof der Polizei auch, jüdische Glaubensäußerungen zu unterbinden, die „Unruhe stiften“ könnten. Muslimische Behörden, die den Platz unter ihrer Kontrolle haben, stellen sicher, dass jüdische Gebete ganz bestimmt Unruhe stiften. Denn heutzutage wird jeder jüdische Besucher des Tempelberges von muslimischen Wächtern aufs Schärfste beobachtet. Diese Wächter rufen sofort die israelische Polizei, sollte der Verdacht aufkommen, ein Jude spreche ein Gebet.

Die israelische Polizei möchte es erst gar nicht auf muslimische Gewaltausbrüche drauf ankommen lassen, und spielt daher pflichtbewusst mit. Dies hat im Land Kritik laut werden lassen, Israel habe die Kontrolle des Tempelbergs gewissermaßen verloren.

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