Süddeutsche Zeitung: Israel ein „gefräßiger Moloch“

Donnerstag, 4. Juli 2013 |  Nina Giesecke

Eine antisemitisch wirkende Zeichnung in der Süddeutschen Zeitung hat für große Empörung in Israel gesorgt: Die deutsche Tageszeitung hatte eine Illustration abgedruckt, die Israel als einen „gefräßigen Moloch“ mit einem Messer in der Hand darstellt. Das Monster wird von einer Kellnerin bedient, die Deutschland symbolisch repräsentieren soll. Das Simon-Wiesenthal-Zentrum hat sich sofort in einer Erklärung zu der Illustration geäußert: „Uns ist klar, dass Israel, genau wie jede andere Demokratie auch, nie über jeden Zweifel und jede Kritik erhaben sein kann. Allerdings ist die Charakterisierung des jüdischen Staates als gefräßiger Moloch – einem Idol, dem Kinder geopfert wurden – ein klassisches Instrument der Entmenschlichung und Animalisierung. Solche Klischees wurden sowohl im Nazi-Deutschland als auch in der Sowjetunion als bösartige Propaganda gegen Juden eingesetzt.“

Rabbi Cooper vom Simon-Wiesenthal-Zentrum hält die Zeichnung für einen Skandal: „Diese Art, mit Israel umzugehen, ist keinesfalls gerechtfertigt.“ Hintergrund der geschmacklosen Veröffentlichung ist ein Artikel des Journalisten Heiko Flottau über den angeblichen Niedergang des liberalen Zionismus. Darin werden die Werke zweier Autoren paraphrasiert, die eine Schieflage der israelischen Politik beschreiben. Seit einem halben Jahrhundert gebe die deutsche Regierung bereits Milliardensummen für Waffen aus, die nach Israel geliefert werden, so Flottau in der Süddeutschen Zeitung. Alle Regierungen der alten und neuen Bundesrepublik verschenkten und verkauften Kriegsinstrumente nach Israel – deshalb hafte Deutschland im übertragenen Sinne für die Sicherheit Israels.

Viele Leser der Süddeutschen Zeitung reagierten, genau wie die Israelis, empört und äußerten ihre Kritik durch Kommentare. Im Internet entbrannte in diesem Zuge eine kontroverse Diskussion über die Illustration. Auf ihrer Online-Plattform entschuldigte sich die Redaktion der Zeitung: „Die Süddeutsche Zeitung bedauert, dass es zu solchen Missverständnissen kommen konnte. Die Veröffentlichung der Zeichnung in diesem Kontext war ein Fehler.“

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