Reformjudentum versus orthodoxes Judentum

Montag, 25. Juni 2012 |  Aviel Schneider

Die Reformjuden verärgern die jüdische Orthodoxie im Land. Israels sephardischer Oberrabbiner Schlomo Amar versucht mit allen Mitteln, den jüngsten Regierungsbeschluss zu bekämpfen, demnach nun auch die Reformjuden staatlich anerkannt werden. Bisher hütete sich die Regierung, solch eine Entscheidung zu treffen um nicht das orthodoxe Rabbinat im Land zu verärgern. Das Reformjudentum, das besonders in Nordamerika als die größte jüdische Strömung gilt, ist im Land unbeliebt. Jüdische Gebote und Gesetze werden von den Reformjuden anders auslegt als im traditionellen orthodoxen Kontext. Frauen dürfen zum Beispiel wie Männer den Thoraschrein öffnen und am Schabbat aus der Thorarolle lesen. Biblische und jüdische Gesetze werden verändert, um sich dem neuen Umfeld im Volk anzupassen. Das ist bei orthodoxen Juden verboten und daher werden die Reformjuden vom orthodoxen Judentum als „Feind im Volk“ bezeichnet.
So rief Oberrabbiner Amar zu einer Rabbinerversammlung auf, um die Regierung zu überzeugen, das Reformjudentum im Land nicht finanziell zu unterstützen, so wie es der Staat mit anderen jüdischen Strömungen macht, die die Göttlichkeit der biblischen Gesetze anerkennen. „Die größte Gefahr für das jüdische Volk in unserer Generation ist die Assimilierung und die müssen wir bekämpfen“, sagte Amar, der im Reformjudentum einen der vielen Gründe der Assimilierung im Volk sieht. Dann aber war der aschkenasischen Oberrabbiner Jona Metzger gegen den Aufruf seines Kollegen. Metzgers geistlicher Führer, Rabbi Ahron Jehuda Leiv Steinmann, erhob gegen Amars Aufruf Einwand. Seiner Meinung nach macht dies keinen Sinn und würde die Reformjuden im Land nur noch mehr stärken. Wenn die Reformjuden im Land so sehr von den orthodoxen Juden beschimpft werden, dann braucht man sich nicht zu wundern, dass messianische Juden im Volk die jüdische Orthodoxie noch mehr verärgern, da beide Gruppen in ihren Augen vom Originaltext und der eigentlichen Intention der Bibel abweichen. Die Regierung besteht trotz Protesten seitens orthodoxer Juden diesmal darauf, das Reformjudentum im Land offiziell anzuerkennen.
Bild: Oberrabbiner Schlomo Amar

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