Schabbat-Lesung und Kommentar

Freitag, 29. April 2011 |  Michael Schneider
Schabbat „Kedoschim – (seid) Heilige“
3. Mose 19,1 20,27; Amos 9,7 – 15

Kommentar: Die heutige Lesung ist wieder ein Teil der Lesung der üblichen Doppellesung. Angefangen im Kapitel 19 lesen wir in der „Kedoschim“-Parascha von sozialen und ethischen Geboten / Themen. Ja, von Heiligkeit wird gesprochen. Der Mensch ist zur Heiligkeit berufen. Das bedeutet, zu einem geheiligten und vom Geist dieser Welt abgesonderten Leben. „Ihr sollt heilig sein; denn ich, der HERR, euer Gott, bin heilig.“

Das hebräische Wort für heilig ist „kadosch“, was ‚absondern / abtrennen’ bedeutet. Leider wird jedoch oft sogar unter Gläubigen die Meinung vertreten, man solle sich der Welt anpassen. Das ist falsch! Uns ist aufgetragen, uns zu „unterscheiden“! Die Menschen sollen an uns den Unterschied sehen.

„Und ihr sollt mir heilig sein, denn ich bin heilig, ich, der HERR. Und ich habe euch von den Völkern ausgesondert, um mein zu sein.“ (Kap. 20, V. 26; siehe auch 1. Petrus 1,16)

Die Schrift sagt: Keiner, auch nicht einer, hat Sein Gebot ganz gehalten. Trotzdem ist uns aufgetragen, es zu tun. Eine Verweigerungshaltung, die darauf gründet, dass wir es ohnehin nicht vollständig schaffen und dass man es daher erst gar nicht zu versuchen braucht, ist ohne Wenn und Aber abzulehnen! Was verlangt Gott von uns? Das Streben danach und den ernsten Willen Ihm nachzufolgen und Sein Wort zu halten.

Denn Psalm 16,8 sagt: „Ich habe den HERRN allezeit vor Augen“!
Dann kommt – in meinen Augen eine der fiesesten Missetaten von Menschen – in Vers 14: „Du sollst einem Tauben nicht fluchen und vor einen Blinden kein Hindernis legen“

Oder Vers 15: „Ihr sollt im Gericht nicht Unrecht tun; du sollst die Person des Geringen nicht bevorzugen und die Person des Großen nicht ehren“.
Oder Vers 17: „Du sollst deinen Bruder in deinem Herzen nicht hassen...“
Oder Vers 18: „Du sollst dich nicht rächen...“
Das ist in einem Gebot eingeschlossen, dem zweitgrößten Gebot laut Jesus: „Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst!“
Bis hin zu den Geboten in Vers 26: „Ihr sollt Fleisch nicht zusammen mit Blut essen.“ Oder „Ihr sollt nicht Wahrsagerei noch Zauberei treiben.“
Sogar vom strengen Verbot des Einritzens/Tätowierens am Körper/Fleisch ist hier die Rede (siehe Vers 28). Auch hier finde ich unter Gläubigen oft eine Anpassung an die Welt (man nennt es sogar ‘Pierced for Jesus!’). Oder Vers 32: „Vor grauem Haar sollst du aufstehen und die Person eines Greises ehren“. Und Vers 33: „Und wenn ein Fremder bei dir - in eurem Land - als Fremder wohnt, sollt ihr ihn nicht unterdrücken.“

Wir finden diese Gebote der göttlichen Ethik als Fundament in unserer heutigen christlich-westlichen Gesellschaft. Wie kann man also diese wertvollen Perlenworte als von Jesus später aufgehobene Gesetze bezeichnen? Wäre es ohne sie nicht ein Chaos und Tohuwabohu in der Welt?

Im Kapitel 20 in Verse 7 und 8 lesen wir wieder von dem zweiseitigen Effekt: Wenn wir uns absondern und heilig leben, dann ist es Gott selbst, der uns heiligt! Ja, wenn wir das Unsere tun, vervollständigt Er Seines! Ja, Heiligsein ist Unterscheiden!
Wir sehen auch die Verbindung von Heiligkeit und dem Halten von Gottes Geboten. Ja, Gott gab den Gläubigen in Seinem Wort klare Vorschriften, wie man nach der Erlösung heilig leben soll. Das ist die richtige Reihenfolge!
Darum: Seid heilig, denn der HERR ist heilig!

Der Prophetenabschnitt aus Amos 9, die von erfüllten Verheißungen in unseren Tagen in Israel sprechen, bestätigen:
„Da wende ich das Geschick meines Volkes Israel. Sie werden die verödeten Städte aufbauen und bewohnen und Weinberge pflanzen und deren Wein trinken und Gärten anlegen und deren Frucht essen.
Ich pflanze sie in ihr Land ein. Und sie sollen nicht mehr herausgerissen werden aus ihrem Land, das ich ihnen gegeben habe, spricht der HERR, dein Gott.“
Gott sei dank, Er wendet das Geschick und Sein Wort erfüllt sich vor unseren Augen – Kommt und seht es selber!
Michael Schneider
Die hier widergegebenen Schabbat-Kommentare sind Auszüge in Kurzform. Die ausführliche Version erscheint demnächst als Buch.

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