Goldstones Rückzieher ein Ärgernis: „Schaden ist angerichtet“

Montag, 4. April 2011 |  ih Redaktion

Mit gemischten Gefühlen nimmt man in Israel zur Kenntnis, dass Richter Richard Goldstone seinen Bericht für die Vereinten Nationen zum Gaza-Krieg revidiert. Zum einen ist sein Rückzieher eine Genugtuung, hatte Israel doch stets versichert, niemals Kriegsverbrechen begangen zu haben. Zum anderen ist Goldstones späte Kehrtwende ein Ärgernis. Sein einseitiger Bericht hatte Israels Feinden weltweit wertvolle Munition geliefert und antisemitische Proteste ausgelöst. „Der Schaden ist bereits angerichtet“, kommentierte am Wochenende ein Offizier Goldstones Rückzieher. In seinem Bericht hatte der Richter der israelischen Armee 32 angebliche Kriegsverbrechen vorgeworfen, begangen im Winter 2008/2009 im Gazastreifen. Nun schrieb er in der „Washington Post“: Während die Hamas offensichtlich absichtsvoll Zivilisten ins Visier genommen habe, sei der israelischen Armee so etwas nach dem heutigen Wissensstand nicht mehr anzulasten. Nun erwartet Israel eine Reaktion der Vereinten Nationen. Sie sollen den Bericht offiziell zurückziehen. Verteidigungsminister Ehud Barak forderte, Goldstone solle seinen Rückzieher vom Rednerpult der UN aus offiziell erläutern.
Bei etlichen Offizieren, die an der Operation „Gegossenes Blei“ im Gazastreifen beteiligt waren, löste Goldstones neue Sicht der Dinge Erleichterung aus: Sie mussten bislang fürchten, bei Auslandsreisen wegen der Kriegsverbrecher-Vorwürfe verhaftet zu werden. Verärgert über Goldstones Wende zeigten sich hingegen die Palästinensische Autonomiebehörde und die islamistische Hamas. Sie halten an den Kriegsverbrecher-Vorwürfen fest und warfen Israel vor, auf den südafrikanischen Richter Druck ausgeübt zu haben. Belege für diese Anschuldigungen konnten sie jedoch nicht vorlegen.

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