Schabbatlesungen und Kommentar

Freitag, 29. Oktober 2010 |  ih Redaktion

Kommentar:

Unsere Schabbat-Lesung beginnt mit Sarahs Tod und endet mit Abrahams Tod. Sarah stirbt im Alter von 127 Jahren. Doch warum heisst unsere Parascha „Sarahs Leben“, wo wir doch eigentlich über ihren Tod lesen? Die Jüdischen Weisen erklären es so: „Der Böse, auch wenn er lebt, wird tot genannt. Der Gerechte, auch wenn er tot ist, wird weiter lebendig genannt!“ Sarah ist die erste Erzmutter und eine der sieben Prophetinnen.

Abraham führt mit Efron, dem Hetiter, um das Grundstück, auf dem er „seine Tote“ bestatten will, eine Verhandlung, die alle Züge echten orientalischen Feilschens trägt. Rhetorische Floskeln und Höflichkeitsformeln werden in großer Fülle ausgetauscht. Nicht jedes „Ja!“ und nicht jedes „Nein!“ sind ganz wörtlich gemeint, und geschmückt mit Lobsprüchen wie „Abraham, du bist ein Fürst Gottes unter uns...“ kommt man endlich zum Geschäftlichen. Als Efrons Augen das Geld sehen (Vers 13), gibt er ihm den vollen Preis an, 400 Silberschekel. (übrigens, in unserem Prophetenabschnitt lesen wir von der Hettiterin Bathseba, hebr. Bath-Schewa)

Heute, im Angesicht der politischen Lage, wissen wir, Gott sei Dank, dass wir die Beurkundung dieses Immobiliengeschäfts schriftlich überliefert bekommen haben. Es ist juristisch unangreifbar, dass das Eigentum einwandfrei auf Abraham übergegangen ist. Neben dieser heiligen Stätte in Hebron trifft dies auch für den Tempelberg in Jerusalem (2. Samuel 24,24) und auch für die Grabstätte Josefs in Sichem zu, dem heutigen Nablus (Josua 24,32). Alle drei Orte wurden juristisch einwandfrei erworben, was bis in die heutige Zeit Bedeutung hat. Gott wußte was Er tat, weil diese Orte heute die am meisten umstrittenen Orte sind – leider aber zur Zeit in palästinensischen Händen! Übrigens, es ist Sitte am Schabbat dieser Parascha die Machpela-Grabsstätte in Hebron zu besuchen.

Kapitel 24 berichtet von dem Auftrag, den der alte Abraham seinem treuen Diener Elieser, dem „Herrscher über sein Haus“, erteilt. Früher, in seiner scheinbar endgültigen Kinderlosigkeit, war er sogar einmal bereit, ihm alles zu vererben (siehe Kapitel 15,2). Jetzt soll er für seinen geliebten Sohn Isaak (Jitzchak; schon 40 Jahre alt) eine Frau aus Abrahams Vaterhaus und Heimat nehmen. Bevor Abraham, der Vielgeprüfte und an Erfahrung Reiche, stirbt, will er sicher sein, dass die Linie des verheißenen Segens weitergeführt wird. Da kam eine kanaanitische Frau nicht in Frage (vergleiche 1. Mose 9,25). Abraham verweigerte jede Vermischung mit einem Fremdvolk bzw. dem Weltlichen, sondern war seiner Erwählung und dem Segen treu. Er lebte volle Unabhängigkeit und Absonderung, denn er sah die Gefahr von Assimilation!

Der Knecht, eigentlich der erste Ehestifter, erfleht ein klares Zeichen, und es trifft ein: Rebekka (Rivka), die Enkelin von Abrahams Bruder Nahor aus Aram (24,15), gibt nicht nur ihm selbst, sondern darüber hinaus auch allen seinen Kamelen Wasser. Elieser schaut zu und fragt sich prüfend, ob sie die von Gott Bestimmte sei oder nicht (24,21). Wenn sich vor unseren Augen Gottes Verheißung erfüllt, sollten wir über das skeptische Prüfen hinausgehen! Übrigens, auch Jakob und später Mose trafen ihre Frauen an einem Brunnen!

Am Ende von Kapitel 24 lesen wir, wie Rebekka für Isaak zum Trost wurde, der seine Mutter Sara sehr vermisste. „Dann führte Isaak sie in das Zelt seiner Mutter Sara; und er nahm Rebekka, und sie wurde seine Frau, und er gewann sie lieb. Und Isaak tröstete sich nach [dem Tod] seiner Mutter“. So soll es auch in den heutigen Ehen sein. Davor lesen wir im Vers 65 von der Sitte, die bis heute bei der jüdischen Trauung vollzogen wird: „... da nahm sie den Schleier und verhüllte sich.“

Dann begegnen wir zum ersten Mal Rebekkas Bruder Laban. Er sieht auf die vielen Geschenke. Streben nach Gewinn und Reichtum prägen seinen Charakter. Später wird Rebekkas Sohn Jakob über 20 Jahre für ihn arbeiten.

In Kapitel 25 lesen wir, dass Abraham in seinem Alter nochmals heiratet und sechs weitere Söhne von Ketura bekommt. Dann stirbt Abraham im „guten Alter“ von 175 Jahren!

Seine Söhne Isaak und Ismael begraben den Vater in der von ihm erworbenen Machpela-Grabstätte in Hebron (25,9). So wurden dort die drei Erzväter und ihre Frauen begraben: Abraham und Sarah, Isaak und Rebekka, Jakob und Lea. Nur Rahel nicht, Jakobs geliebte Frau. Ihr Grab befindet sich am Wege nach Bethlehem. Übrigens, laut jüdischer Legende sollen vier Paare dort begraben sein, auch das erste Paar: Adam und Eva.

Der Prophetenabschnitt, die Haftara, aus 1. Könige 1 spricht von den letzten Tagen König Davids, vom Sterben und seiner Nachfolgeregelung sowie -vorsorge, die leicht hätte scheitern können. Wie auch bei Abraham sorgte die Mutter (mit Hilfe des Propheten Nathan) dafür, dass der versprochene Sohn, d.h. Salomo, seinen Platz einnahm.

Michael Schneider

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