Schabbatlesungen und Kommentar

Freitag, 8. Oktober 2010 |  ih Redaktion

„NOACH – Noah“: 1. Mose 6,9 bis 11,32; und 4. Mose 28, 9-15 wegen Rosch Chodesch-Neumond der auf Schabbat fällt. Prophetenlesung: Jesaja 66,1 –24

Kommentar:

In diesem Schabbat-Wochenabschnitt begegnen wir einem der ersten Gerechten (hebr.: Zaddik) dieser Zeit – Noah, wo durch die Gerechtigkeit einer einzelnen Person die Menschheit gerettet wurde. So ging es durch die ganze Geschichte hindurch, durch Wenige und „Überreste“ war Gott gnädig und hat Israel nicht ausrotten lassen. Es war eine Ära des Bösen wo „gefallene Engel“ unter den Menschen auf Erden herrschten. Es kam sogar so weit, dass es „den HERRN reute, dass er den Menschen auf Erden geschaffen hatte und es machte Sein Herz traurig!“ (6,6), denn alles „war verdorben, denn alles Fleisch hat Sein Weg verdorben auf Erden!“ (6,12).

Doch Noah „fand Gnade in den Augen Gottes“. Er und seine Familie waren es letztendlich, die die Menschheit vor einer kompletten Vernichtung retteten. Das rettende Mittel dazu war eine Arche, die „innen und außen mit Pech“ zum Schutz „verpicht“ wurde. Das biblische Wort für Pech ist „Kopher“ und für Verpichten ist „kaphar“, daraus leitet sich das Wort für Sühne „KAPPARA“ ab.

Ja, die Sühne durch das Lamm Gottes, Jeschua, ist unser Schutz vor dem Gericht Gottes und Seinem „verzehrenden Feuer“. Interessant ist auch, das „von innen und außen“, Gottes Schutz soll also nicht nur über unser Innerstes (bzw. Herz) sondern auch über unser Äußeres herrschen.

Messianisch gesehen: Wie einst ein Gerechter „seiner Generation“ die ganze Menschheit vor der Vernichtung und Ausrottung der ganzen Welt rettete, haben wir heute Jesus DER Gerechte aller Zeiten. Wer durch Seine Tür einzieht findet Rettung, denn die Endzeit wird einst wie die Tage Noahs sein – lesen wir in Matthäus 24.

Wer stieg in die Arche Noah (sprich Arche Jesu) ein? Die Familie. Wir als Gotteskinder sind Seine Familie. Aber viele wie damals werden es nicht ernst nehmen, und die Welt geniessen, bis die Flut kam! Möge der HERR uns mit einer Flut Seiner Barmherzigkeit/Gnade (hebr. Chessed) überschütten, so dass wir Passagiere dieser Arche werden.

Das Bauen an der Arche, bzw. am Himmelreich Gottes, wurde allen angeboten, und die Tür ist weit offen. Der Bau der Arche dauerte damals 120 Jahre – viel Zeit zur Umkehr! Doch dann war es so weit, nachdem zwischendurch sicher Zweifel in der Familie auftauchte, begleitet vom Spott der Umgebung und Gesellschaft („Wie kannst du nur an so etwas glauben!“). In Kapitel Sieben steht, wie sich die Tür der Arche dann schloss und das Gericht vom Himmel „in Strömen“ fiel!!

In der Endzeit werden die Tage wie die zu Zeiten Noahs sein, man „wird trinken und heiraten, dann aber wird die Flut kommen! (Lukas 17, 26-27; 1. Thess. 5,3) Sieben Tage waren Noahs Familie in der „geschützten“ Arche, bis die Flut am 17. Tag des zweiten Monats (Ijar) begann. Gibt es hier eine Parallele zur Endzeit?

Dann wurde Paar für Paar je sieben der reinen und je eines der unreinen Tiere in die Arche Noah eingeladen. Hier ein Wort zu den Dinosauriern: sollte es sie gegeben haben, glaube ich persönlich, war es nur vor der Sintflut (man habe ja versteinerte Abdrücke dieser riesigen und vielfältigen Tiere gefunden), wie durch eine göttlichen Selektion kamen sie nicht mit in die Arche hinein. Gott wollte in Vielem durch die Sintflut einen neuen Beginn machen, wie ein neuer Nullpunkt der Schöpfung – diesmal durch drei Ehepaare!! (wenn man Noah und seine Frau nicht mitrechnet, da sie keine weiteren Kinder nach der Sintflut bekamen). Meiner Meinung nach, kamen auch nur die Prototypen / Grundrasse der Tierarten in der Arche. - man solle übrigens, auch als Bibelglaubende vorsichtig sein mit all den prä-historischen Daten von zig Tausenden bis Millionen Jahren Angaben laut der Evolutionslehre!

Im Judentum vergleichen Gelehrte die Sintflut mit einer Mikweh-Tauchbad, es reinigte die Menschheit.

Wieder sind hier bedeutsame Daten: 17.Ijar, dann 40 Tage Regen, nach 150 Tagen „schlossen sich die Quellen der Tiefe und die Fenster des Himmels“, am 17. Tischri ließ sich die Arche auf dem Berg Ararat nieder, dann eine weitere Zeit bis dem 1. Tag des zehnten Monats, „bis die Berggipfel sichtbar wurden“ und dann eine Wartezeit von 40 Tagen, bis Noah das Fenster der Arche öffnete. Dann schickte Noah drei Mal für je sieben Tage einen Vogel hinaus, erst den Raaben, dann die Taube. Am 1. Nissan (1. Monat) „entfernte Noah den Deckel von der Arche“ und am 27. Ijar „war die Erde wieder trocken“ und sie verließen die Arche! (8,14-16). Sie waren somit genau 365 (ein biblisches Jahr sind 355 Tage) Tage in der Arche.

Wie legen die Rabbiner den Unterschied von Regen (geschem) und Sintflut (mabul) aus: Regen kommt der Erde zum Guten, sie grünt, blüht und gibt Frucht – in anderen Worten Segenregen! Die Flut ergibt das Gegenteil, sie zerstört, entwurzelt und tötet. Regen schenkt Leben und die Flut den Tod!

Man liest so schön, nach der Sintflut: „Und der HERR roch den wohlgefälligen Geruch...“ (1.Mose 8,21) - wie die reine Luft nach dem Regen, aber war es auch der Geruch der Reinigkeit der Seelen!

Die Taube mit dem Ölzweig wurde heute unter den Menschen zum Symbol des Weltfriedens. Wiedermal war es eine Taube, die später Ruhe auf dem Lamm Gottes nach Jeschuas Taufe im Jordan fand. Gott aber gab ein anderes Zeichen des Bundes, des Friedens.

Gott schloss Seinen ersten Bund mit Noah und seinen Nachkommen, der bis heute noch sichtbar und gültig ist, denn sobald wir einen Regenbogen sehen, sollen wir uns an diesen Eid Gottes erinnern, dass Er nie wieder solch eine Flut über die Erde bringen wird. Dennoch war sich Gott bewußt, dass „das Sinnen des menschlichen Herzens böse von seiner Jugend an ist“. (8,21; vgl. 6,5) Das bestätigt auch der Prophet Jeremia: „Trügerisch ist das Herz, mehr als alles, und unheilbar ist es“ (17,9).

Mit acht Seelen begann Gott mit der Menschheit von vorn. Nach der Sinflut (ab Kap. 9) kamen die ersten Gebote Gottes, wie z.B. das Vermehrungsgebot in Vers 7, doch schon davor lesen wir vom Verbot des Genusses von Blut in Vers 4. Im selben Kapitel lesen wir noch von dem Fluch Noahs über seinen Sohn Ham, dem Vater Kanaans, und damit wurde Kanaan dreimal als „Sklave seiner Brüder“ verflucht! (Übrigens, viele Palästinenser heute berufen sich darauf von den Kanaanitern abzustammen!)

Kapitel 10 listet die 70 Völker-Tafel auf, Nachkommen der drei Söhne Noahs. Jafet wurde der Vorvater der europäischen Völker, Ham ist der Vorvater der afrikanischen Völker und Sem (Schem) wurde zum Vater der semitischen Völker inkl. Ismaels Nachkommen d.h. den arabischen Völkern. Kanaaniter und Philister sind jedoch keine Semiten (!), sondern Hamiten. Meiner Meinung nach, auch hier hat sich nichts geändert. Man habe zwar zirka 200 Länder laut der UNO, doch von Stammesvölkern her glaube ich, sind wir weiter bei 70 geblieben!

Nicht lange nach der Sintflut, ca. 300 Jahre, taucht eine Person mit Namen Nimrod auf, der erste Herrscher, der es wagte, Gott zu widerstehen. (Nimrod kommt von limrod – rebellieren, wörtl. „wir werden rebellieren“.) Er wollte Gott ersetzen und dafür einen großen Turm bauen. Unter anderem errichtete Nimrod Babel/Babylon und Ninive. Die Strafe war sprachlich Verwirrung, auf einem Mal von einer gemeinsamen Sprache in vielen Sprachen, so dass sie sich gegenseitig nicht mehr verstanden haben (11,9). Bis heute tragen wir diese Strafe!

In der Endzeit jedoch wird es wieder zu einer verständlichen Sprache unter allen kommen, denn Zefanja 3,9 sagt: „Dann aber werde ich den Völkern andere, klare/verständliche Sprache (das ist die genaue Übersetzung!) geben, damit sie alle den Namen des HERRN anrufen und Ihm einmütig dienen.“

Babylon wurde zum Gegenpol von Jerusalem. Unsere Erlösung gleicht die Befreiung aus der Babylonischen Gefangenschaft. Davor waren wir unter dem Geist der Welt - in "Babylon"! Babylon wurde zum Symbol des götzenreichen Weltgeistes, Symbol der Mächte des Bösen, wie Johannes in der Offenbarung es schreibt: Babylon die Stadt der Gottlosigkeit und Rebellion zu Gott, und ein Symbol von sexuell-perversen Freiheit! In Offb 14,8 lesen wir aber auch von ihrem Ende: „Gefallen, gefallen ist das große Babylon, das mit dem Wein seiner leidenschaftlichen Unzucht alle Nationen getränkt hat....“

Wie Ihr sieht, kann man vieles aus unserem Thora-Abschnitt lernen, mit heilsgeschichtlicher Deutungen.


- Michael Schneider -

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