Schabbatlesungen und Kommentar

Freitag, 14. Mai 2010 |  ih Redaktion
„Bamidbar – In der Wüste“ 4. Mose 1,1 bis 4,20; Prophetenlesung: Hosea 2,1-22

Kommentar:

An diesem Schabbat, immer vor dem Wallfahrtfest Schawuoth (beginnt am Dienstagabend bis Mittwochabend), beginnt die Lesung des vierten Buches der Thora. Die eröffnenden Worte lauten „BeMidbar Sinai...“, das bedeutet In der Wüste Sinai. Man beachte: Der letzte Vers des vorangegangenen Buches endete mit „auf dem Berg Sinai – BeHar Sinai“.

Im zweitem Jahr (nach dem Exodus) und im zweitem Monat ordnete Gott die dritte Volkszählung des jüdischen Volkes in der Wüste Sinai an. Daher hat das 4. Buch in anderen Sprachen die Bezeichnung Numeri oder Numbers. Dass Gott Sein Volk von Zeit zu Zeit zählen läßt, ist Ausdruck Seiner Liebe und Fürsorge. Die erste Zählung fand noch in Ägypten statt (2. Mose 12,37), eine weitere nach der Sünde mit dem Goldenen Kalb, um aufzuzeigen, wieviele noch übrig geblieben sind (2. Mose 38,26) und jetzt, als Er inmitten seines Volkes wohnen will (4. Mose 1,46). In Gottes Augen muss alles geordnet sein, Er hasst „Tohuwawohu - Durcheinander“. Erst wenn die Ordnung im Lager hergestellt ist, kann die Wanderung fortgesetzt werden.

Alle kampffähigen Männer über 20 Jahre wurden gezählt, und zwar nach der Ordnung der Zwölf Stämme: Reuven, Schimon, Jehuda, Isass’char, Sewulon, Efraim, Menasche, Ben-Jamin, Dan, Ascher, Gad und Naftali (wie sie in Hebräisch ausgesprochen werden).

Nicht mitgezählt wurde der Stamm Levi, da die Leviten keinen Waffendienst leisteten, sondern nur Gottesdienst. (Kapitel 1,47 48). Die Vollzahl von zwölf Stämmen ergibt sich wieder, indem beide Söhne Josefs, Efraim und Menasse, je für einen Stamm gerechnet werden.

Nach dem Tod der beiden sündhaften Söhne Aarons, Nadav und Avihu, befiehlt der HErr: „Und du sollst die Leviten dem Aaron und seinen Söhnen geben; zu eigen sind sie ihm gegeben von den Söhnen Israel...“ (Kapitel 3,9) So wurden die Leviten Teil des priesterlichen Geschlechts und ergänzten die Nachkommenschaft Aarons. Es ist bemerkenswert, dass sich heute manche orthodoxen Juden, die keinen Militärdienst leisten, auf ihre Zugehörigkeit zum Stamm Levi berufen.

Die Summe der Gemusterten (hebr. jotze Zawa) war 603.550 Mann. Die Gesamtzahl aller Israeliten dürfte ca. 2 Millionen betragen haben. Zwei Jahre zuvor, beim Auszug aus Ägypten, waren es noch genau 600.000 Mann. Übrigens ist dies auch die Größenordnung der israelischen Bevölkerungszahl bei Staatsgründung 1947 48.

Zahlenmäßig stärkster Stamm war Judah mit 74.600 Mann. Der Stamm Benjamin war mit nur 35.400 Mann der kleinste. Aus Benjamin kam der erste König Israels, Saul, und aus dem Stamm Judah ging das messianische Könighaus Davids hervor.

Die separate Zählung der drei levitischen Großfamilien Gerschon, Kehat und Merari ergab 22.273 Leviten, wobei aber jedes männliche Erstgeborene von einem Monat an mitgezählt wurde. Es findet auch die Verwandtschaft des Mose Erwähnung, die Familie Amram des Hauses Kehat.

Rings um die Stiftshütte waren die Lagerplätze aller zwölf Stämme angeordnet, und zwar jeweils drei Stämme nach einer jeden Himmelsrichtung. Im inneren Kreis, nahe des Heiligtums, liessen sich die Leviten nieder. Die Gegenwart Gottes im Zentrum war auch räumlich Mittelpunkt des Volkes. Das geistliche Herz des jüdischen Volkes!

In Kapitel 4 (Vers 3) lesen wir, dass der priesterliche Dienst im Alter von 30 Jahren. Dies lässt an Jeschua denken, unseren Messias und wahren Hohepriester, der sein Wirken auf Erden in eben diesem Alter begonnen hat.

Michael Schneider

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