Schabbatlesungen und Kommentar

Freitag, 7. Mai 2010 |  ih Redaktion
„BeHar & BeChukotai - Auf dem Berg & In meinen Gesetzen“ 3. Mose 25,1 bis 27,34; Prophetenlesung: Jeremia 16,19-17,14

Kommentar:

Diesen Schabbat schließen wir die Lesung eines weiteren Buches der Thora ab, nämlich des dritten Buchs Mose, und die Lesung der drei Kapitel ist wieder eine doppelte Parascha.
Hauptthema unserer Lesung ist das Schemitta-Jahr, das Erlassjahr, an dem keine Feldarbeit erlaubt ist, weder Säen noch Ernten. Jedes siebte Jahr soll dieses Gebot des Glaubens in Eretz Israel eingehalten werden. Vers 4: „Aber im siebten Jahr soll ein ganz feierlicher Sabbat für das Land sein; ein Sabbat dem HERRN. Dein Feld sollst du nicht besäen und deinen Weinberg nicht beschneiden, den Nachwuchs deiner Ernte sollst du nicht einernten… “

Es ist ein geistliches Innehalten für die Nation, wie der siebte Tag, der Schabbat, ein geistliche Pause für den Individuellen ist.
Die erste Frage drängt sich auf: „...Was sollen wir im siebten Jahr essen?“ (Vers 20) Die Antwort lautet, dass Gott im sechsten Jahr einen besonderen Segen geben wird, der den Ertrag für drei Jahre reichen lassen wird (Vers 21). So das Versprechen Gottes, warum also sollen wir uns dann sorgen? Es ist ein Akt des Glaubens, absolutes Vertrauen in Gott! Und es ist eine Erinnerung daran, dass „das Land Mir (Gott) gehört!“ (Kapitel 25, Vers 23).

Die Glaubensherausforderung geht jedoch darüber noch hinaus, denn nach 7x7 Jahren folgt ein Jobeljahr (hebr. jowel; Vers 10). Das 50. Jahr ist ein Erlassjahr, in dem Gefangene entlassen und Schulden erlassen werden sollen.
Es wird am 10. Tischri, so heißt der 7. Monat, am Jom Kippur unter Posaunenschall ausgerufen. Die ursprünglichen Besitzer des Landes haben wieder alle Rechte über ihr Land!
Auch im 50. Jahr soll das Feld unbearbeitet bleiben, „...denn das Jobel[jahr] soll euch heilig sein.“ (Vers 12) Das erfordert eine entsprechende Vorratshaltung: Schon im 48. Jahr muss für knapp drei Jahre vorgesorgt werden, denn erst im 51. Jahr erntet man wieder neu von den Feldern.
Gott verspricht, dass Er für sie sorgen wird bis zur „Sättigung“, und „das Land wird in Sicherheit wohnen“, wird mehrmals betont.

Die Nichteinhaltung dieses Gebots wird mit einer drakonischen Strafe bewehrt, nämlich der Vertreibung des Volkes aus Eretz Israel! Gott ist konsequent, für jedes nicht eingehaltene Schemitta Jahr wird ein Exiljahr verhängt, so dass Gottes geliebtes Land Israel seine Ruhe bekommt, notfalls durch Verödung. (Verse 26,33 35)

Die 70 Jahre Babylonischer Gefangenschaft folgen genau diesem Prinzip, so lehrt Raschi, denn seit Bestehen des Ersten Tempels in Jerusalem (ca. 1000 v. Chr.) wurde das Schemitta Gebot nicht beachtet. So ergaben sich genau 70 Jahre, von 586 v. Chr. bis 516 v. Chr., bis der Tempel von Nehemia wieder aufgebaut wurde. (Die eigentliche Rückkehr von Juden hatte schon früher begonnen.)

Ein weiser Rabbi aus Regensburg vor der ottomanischen Epoche sah voraus, dass das türkische Imperium genau 8 Jobeljahre über das Land Israel herrschen würde, was denn auch eintrat: von 1517 bis 1917. Das Jahr 1917 ist in der jüdischen Geschichte bedeutsam, weil in ihm die Balfour-Deklaration den Juden nach knapp 2000 Jahren in der Diaspora wieder eine Heimat in Eretz Israel zusagte. Das darauf folgende Jobeljahr, das Neunte, brachte 1967 die Befreiung Jerusalems von Fremdherrschaft. Wie vorrausgesagt wurde. Ferner, sagt uns diese rabbinische Prophetie, dass der Messias im zehnten Jobeljahr erscheinen soll – wer weiß?
Andere zählen die Jobeljahre so, dass auf 1897 (erstes von Herzl Zionistentreffen in Basel, wo er kühn voraussagte, in 50 Jahre wird ein Judenstaat bestehen. „Wenn ihr es wollt ist es kein Märchen“ war sein Spruch). Tatsächlich fünfzig Jahre später stimmte die UNO mit 33 Stimmen unter 57 Mitgliederstaaten damals für die Gründung eins Staat Israel (aber auch für die Teilung des Landes!). Auch bei dieser Variante enden im gregorianischen Kalender die Jahreszahlen jeweils mit der Ziffer 7.

Hielte man doch nur diese Sonderjahre ein! Friede würde in Israel herrschen, und jeder Feind würde verjagt, sogar „fünf von euch werden hundert nachjagen, und hundert von euch werden zehntausend nachjagen...“. „Und ich werde mich zu euch wenden und euch fruchtbar machen und euch mehren und meinen Bund mit euch aufrechterhalten.“ (Verse 26,8 9) Diese wunderbare Verheißung ist genau das Gegenteil von Vertreibung und Exil. Es braucht nur Vertrauen und Glauben.

Wir lesen in unserer Parascha über die Ruhe Gottes. Gott befiehlt dem Menschen und der Natur eine Ruhezeit – verbunden mit der Zahl Sieben (hebr. schewa). Die Woche heißt Schawua, wegen der sieben Tage. Das Feld ruht am Schemitta-Erlassjahr, dem siebten Jahr! Auch das siebte Millenium – laut jüdischer Zeitzählung nähern wir uns dem Ende der 6000 Jahre! – ist zum Tausendjährigen Messiasreich des Friedens und der Ruhe erklärt. Die Mischna nennt den Schabbat, den Siebten Tag, einen „Vorgeschmack auf die kommende Welt“.

Sieben ist eine Zahl der Vollständigkeit (schalem), die sich im Hebräischen von der Wortwurzel des Wortes Frieden, Schalom, ableitet. Ferner, kommt aus der selben Wortwurzel des Wortes sieben – schewa, das Wort ssowa, was für Sättigung und Befriedigung steht.

Im zweiten Teil der Lesung ab Kapitel 26 ist das Hauptthema Segen und Fluch. D.h. wenn wir Gott in Freude dienen und in Seinen Wegen wandeln, überschüttet Er uns mit Seinem Segen und hält uns den Fluch fern, damit wir die innere Ruhe haben, die schon Jeschua, der Messias, im Hebräerbrief Kapitel 4 erwähnt. Das bedeutet Seine vollständige Schabbat-Ruhe!
„Also bleibt noch eine Sabbatruhe dem Volk Gottes übrig. Denn wer in Seine Ruhe eingegangen ist, der ist auch zur Ruhe gelangt von seinen Werken, wie Gott von Seinen eigenen.“

(Im Prophetenabschnitt sind die Verse Jeremia 17,7 10 und 13 besonders lesenswert.)

- Michael Schneider –

Möchten Sie mehr Nachrichten aus Israel erhalten?
Klicken Sie hier um den KOSTENLOSEN täglichen Newsletter per Email zu erhalten.

Aktuelle Ausgabe

FERIENWOHNUNG IM HERZEN VON JERUSALEM

Informationen unter:

E-Mail: info@israelheute.com

TEL.: 00972-2-6226880

Werbeanzeige