Schabbatlesung und Kommentar

Freitag, 10. Oktober 2008 |  ih Redaktion
„HA‘ASINU – Horcht auf“,
5. Mose 32, 1 bis 52
Haftara-Prophetenlesung: 2. Samuel 22, 1 – 51

Kommentar

Dies ist unsere vorletzte Parascha (Wochenabschnitt) des Jahreslesezyklus, die vom ‘Lied Mose’ (hebr. Schirat Mosche) spricht. Das erste Lied Mose war das ‘Lied des Meeres’ (Schirat HaJam) als das Volk wundersam das Schilfmeer im Trockenen triumphal durchquerte. Jetzt in dem letzten Lied Mose ist es bevor sie den Jordan überqueren werden. Mit dem ersten Lied begann die Wüstenwanderung und mit dem Letzten endete die 40-jährige Reise. Das Lied Mose ist hier wie ein Testament an das Volk, bevor er es verlassen wird. Wie jedes Testament vor dem Sterben gibt es mindestens zwei Zeugen. Darum beginnt Mose das Lied ‘Horcht auf Himmel... und die Erde höre“. Mose nahm Himmel und Erde als seine Zeugen, bevor er über Israel sprach. D.h. werden sie es einhalten, werden sie von Himmel (Regen etc.) und Erde (Fruchtbarkeit des Bodens etc.) beschenkt und gesegnet. Man darf nicht vergessen, Mose spricht hier zu der Generation, die ins Gelobte Land einziehen wird, und nicht die aus Ägypten ausgezogen sind!!
In der Strophe Vers 7 in unserem 32. Kapitel lesen wir: „Frag deinen Vater, er wird es dir kundtun, deine Ältesten, sie werden es dir sagen!“

Wie ein Adler wird Gott Seine Flügel über dieses rebellische Volk breiten, sagt uns die Strophe in Verse 10 und 11. Da es hier um den Anfang eines monotheistischen Glaubens geht, wird hier betont: „Der HERR allein, und kein fremder Gott war mit ihm!“

Mose weist schon auf schlechte Zeiten hin, die kommen werden, er spricht sogar von einer zukünftigen Vertreibung noch bevor sie das Land eingenommen haben! In Vers 21 finden wir sogar einen Hinweis, der uns mehr aus Römer 11 bekannt ist, dass Heiden Israel zur Eifersucht bringen werden: „Sie haben mich zur Eifersucht gereizt durch einen Nicht-Gott, haben mich gekränkt durch ihre Nichtigkeiten; so will auch ich sie zur Eifersucht reizen durch ein Nicht-Volk.“ (Vers 21). An Gott glaubende Heidenchristen werden, besonders durch ihre Taten (sei es Hilfswerke für Israel und Juden, die derzeit fungieren), positiven Neid unter den Israelis und Juden erzeugen. Die gute Tat ist ein größeres Zeugnis als große Worte – und ‘nur Worte’. Aus Erfahrung weiß ich, dass die Worte eines jungen Deutschen in den besten Jahren seines Lebens, der in Israel Holocaustüberlebende pflegt, und dann gefragt wird, warum er es tut, ein vielfaches mehr an Stärke seiner Worte haben wird, die er dann sagen wird: dass der Messias Jeschua uns verbindet!

Mose nennt das Volk, seine Leute, eine: Generation der Verkehrtheit! (hebr. Am Tahafuchot) In anderen Worten, zwei Extreme, mal dient es Gott und mal dem Weltgeist! Auch das Neue Testament spricht von der Doppelzüngigkeit und dem gespalteten Herzen der Person.

Eine Hoffnung für Seine treuen Diener lesen wir in Vers 36. Auch das war vorausgesehen: „Seht nun, dass Ich, Ich es bin und kein Gott neben Mir ist! Ich, Ich töte und Ich mache lebendig...“ (Vers 39) Die Reihenfolge ist interessant. Gott wird töten, dann aber es wieder zum Leben und Heilung rufen.

Ende des Liedes ist ein Happy End.

Dieses Lied Mose unseres Kapitel 32 wird auch in der Endzeit gesungen, gemeinsam mit dem Lied des Lammes (Offenbarung 15,3) – auch hier wieder vor einem Glasmeer, so die himmlische Vision von Johannes. Hier sehen wir wieder die Verbundenheit des Gläubigen aus den Nationen und Israel, beide ergänzen sich, doch kommen nicht anstelle des anderen! Gott hatte einen Heilsplan und Heilsweg für beide. So auch das Bild des Neuen Jerusalem, der Stadt aus Gold wie Glas, die zwölf endzeitlichen Tore werden Name der Söhne Jakobs tragen und die zwölf Grundsteine werden die Namen der Apostel des Lammes tragen! (Offenb. 21,12+14)

- Michael Schneider -

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