Schabbatlesungen und Kommentar

Freitag, 3. Oktober 2008 |  ih Redaktion
„WaJelech – Ihr steht / Und er ging“,
5. Mose 31,1–30
Haftara-Prophetenlesung: Hosea 14,2-10 und Micha 7,18 20

Kommentar

Wir befinden uns in Mitten den Zehn Buß- und Umkehrtage (Teschuwa-Tage) zwischen dem Gerichts- und Neujahrstag, Rosch HaSchana, und dem großen Jom Kippur-Versöhnungstag. Darum nennt sich auch dieser Schabbat, Schabbat-Schuwa, d.h. der Schabbat des Umkehrs, wo der Mensch solange die „Bücher des Lebens“ vor Gott noch offenstehen, Reue und Buße gegenüber Gott und Mensch tun und sein Schicksal ändern und bestimmen kann.

In unserer Parascha ‘WaJelech’ werden wir Zeuge des letzten Tages im Leben des Mose, er war genau 120 Jahre alt. Gemäß jüdischer Tradition fallen sein Geburtstag und sein Todestag gleichermaßen auf den 7. Tag des Monats Adar. 120 Jahre sind das Lebensalter eines Gerechten. Heute wird an diesem Datum der Verstorbenen gedacht, deren Todestag und –ort (wie einst bei Mose) unbekannt ist.
Josua obliegt es von nun an, den Jordan zu überschreiten und das Volk ins Gelobte Land hineinzuführen. Als Mose dem Volk sagte, dass er an diesem Gang nicht mehr teilnehmen würde, herrschte sicher Unsicherheit und Furcht, denn ‘der Gottesmann verlässt uns nun’.
Darum die wiederkehrenden Verheißungen: „Seid stark und mutig, fürchtet euch nicht und erschreckt nicht vor ihnen! Denn der HERR, dein Gott, er ist es, der mit dir geht; er wird dich nicht aufgeben und dich nicht verlassen.“ (31,6; auch Vers 8)

Als Letztes schrieb Mose die Thora nieder und überreichte sie den Priestern, den Leviten. So ist denn das Schreiben der Thora auch das letzte Thoragebot. Im Vers 22 lesen wir über das „Lied Mose“ (hebr. Schirat Mosche), das er schrieb und lehrte, was im folgenden Kapitel abgedruckt wird. Im neutestamentlichen Endzeitbuch die „Offenbarung“ finden wir im 15. Kapitel diesbezüglich eine Bestätigung, dass das Volk Israel und die Gemeinde Jesu, d.h. der Erste Bund und der Neue Bund, sich ergänzen und nicht anstelle des anderen kommen!
„Und sie singen das Lied Mose, des Knecht Gottes, und das Lied des Lammes und sagen: ‘Groß und wunderbar sind Deine Werke, HErr, Gott, Allmächtiger! Gerecht und wahrhaftig sind Deine Wege, o König der Nationen’“. (Vers 3) Dazu kann man nur Amen! sagen. Ja, Er ist König der Juden und König der Nationen.

Im Vers 10 finden wir ein Hinweis warum die Abschließung der Thoralesung auf das Fest Sukkoth fällt, was auch heute noch getan wird. Sukkot, das Laubhüttenfest, d.J. 14.-20. Oktober, wird vollendet mit Simchat Thora, dem Fest der Freude an der Thora. An Simchat Thora wird der einjährliche Lesezyklus der Fünf Bücher Mose vollendet und zugleich neu eröffnet.

Mose betonte die ‘Beschneidung des Herzens’ (30,6), weil er etwas vom menschlichen Herzen seines Volkes wusste (31,27): „Denn ich kenne deine Widerspenstigkeit und deine Halsstarrigkeit wohl. Siehe heute [schon], während ich noch bei euch lebe, seid ihr widerspenstig gegen den HERRN gewesen; wieviel mehr nach meinem Tod!“
Wir dürfen unser Vertrauen nicht auf Menschen gründen, sondern auf den HErrn allein!

An diesem Schabbat-Schuwa wird aus den Propheten die Verse aus Hosea 14 gelesen: „Schuwa, Israel, ... Kehrt um, o Israel, bis zum HERRN, deinem Gott! Denn du bist gestürzt durch deine Schuld... Sagt zu Ihm: ‘Vergib alle Schuld und nimm an, was gut ist!’“.

Und mit den Versen aus Micha 7 endet man die Schabbatlesung: „Wer ist ein Gott wie Du, der Schuld vergibt und Vergehen verzeiht dem Überrest Seines Erbteils! Nicht für ewig behält Er Sein Zorn, denn Er hat Gefallen an Gnade. Er wird sich wieder uns erbarmen...“ (Verse 18-20)
Das wünschen wir dem Volk Israel besonders jetzt zu den Bußetagen, wo es in den Synagogen sitz und um Sühne und Vergebung bittet.

- Michael Schneider -

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