Schabbat-Lesung und Kommentar

Sonntag, 3. August 2008 |  ih Redaktion
„Massei – Wanderungen“,
4. Mose 33,1 36,13
Haftara-Prophetenlesung: Jeremia 2,4-28; 3,4 und 4, 1-2

Kommentar:
Unser Wochenabschnitt ist die letzte und abschließende Lesung im 4. Buch Mose der Thora, auf Hebräisch Bamidbar (dt. In der Wüste). Dieser Abschnitt wird immer während der „drei Bedrängniswochen“, wo der Jude um die Zerstörung des Jerusalemer Tempel trauert, gelesen.
In Kapitel 33 werden alle Stationen in der Wüste nach dem Auszug aus Ägypten benannt, da wo die Kinder Israel sich niederließen und ein Lager errichten, wie von Raamses nach Sukkota u.s.w. Ja, die ganze Route der Wüstenwanderung wird hier gegeben. Wir finden Orte wie Jotvata, die heute nach über 3300 Jahren wieder benannt und aufgebaut wurden. Auch in unserem persönlichen Wandel mit Gott erleben wir viele Stationen, bis wir das eigentliche Ziel erreicht haben. Die Geschichte Israels während der Wüste als "Vorbild" hat schon Paulus in 1. Korinther 10 aufgegriffen.
Ferner wird der Tod Aarons auf dem Berg Hor genau im 40. Jahr des Auszuges aus Ägypten erwähnt und schließt mit dem göttlichen Auftrag, alle Bewohner des Landes Kanaans zu vertreiben und die Relikte fremden Kultes vollständig zu beseitigen. Es wird vorhergesagt, dass Überbleibsel ‚zum Dorn im Auge’ und und ‚zu Stacheln in euren Seiten’ werden müssen. Diese Vorhersage hat sich, wie man bis heute sehen kann, bestätigt.

Kapitel 34 zeichnet die Grenzen Israels und nennt die von Gott bestimmten Stammesführer, die an der Aufteilung des Landes mitwirken sollen. „Mit Moses Worten DIES IST DAS LAND beginnt die Realität. ... Für manche ist Israel ein Minderheiten diskriminierendes Monster, für andere ein Vorzimmer zum Himmel. Beides entspricht nicht der Realität. Daher ist es wichtig, über Israel nicht Inspirationen, sondern Informationen zu bekommen. Dies ist das Land! Ein anderes Israel gibt es nicht.“

Im 35. Kapitel lesen wir von den 48 Städten (inkl. den sechs Zufluchtsorte) für die Leviten, die verantwortlich sind für den Gottesdienst. Mit einem ganz gerechtem Prinzip: „Von dem [Stamm], der viel hat, sollt ihr viel nehmen, und von dem, der wenig hat, sollt ihr wenig nehmen; jeder [Stamm] soll entsprechend dem Erbteil, das er erben wird, [einige] von seinen Städten den Leviten geben.“ (Vers 8).

Unsere angepasste Haftara, der Prophetenabschnitt dieser Woche aus Jeremia 2, spricht davon, wie das Volk Israel unhorsam war in Sachen der genau angegebenen Vorschriften Gottes bei der Einnahme des Landes: „So spricht der HERR: Was haben eure Väter Unrechtes an mir gefunden, daß sie sich von mir entfernt haben und dem Nichts nachgelaufen und [selber] zu Nichts geworden sind?“ (Vers 5)
Oder der Vers, der auch für heute leider noch gilt: „Denn zweifach Böses hat mein Volk begangen: Mich, die Quelle lebendigen Wassers, haben sie verlassen, um sich Zisternen auszuhauen, rissige Zisternen, die das Wasser nicht halten.“ (Vers 13) Ja, man sucht auch heute Antworten an falschen Plätzen, anstelle das „lebendige Wasser“ des HERRN nachzufragen, die in Jesus dem Messias gefunden kann.

„Ich hatte dich (Israel) gepflanzt als Edelrebe, lauter echtes Gewächs. Aber wie hast du dich mir verwandelt in entartete [Reben] eines fremdartigen Weinstocks!“ (Vers 21)
Doch Gott sei dank, dass der HERR dem Bund weiter treu unabgesehen Israels Untaten und diese Hoffnung steht noch am Kapitelsanfang:
„Geh und rufe in die Ohren Jerusalems: So spricht der HERR: Ich erinnere mich - dir [zugute] - an die Gnade/Treue deiner Jugendzeit, an die Liebe deiner Brautzeit, wie du hinter mir hergingst in der Wüste, im unbesäten Land.“ (Jer. 2,2)
Da liegt unser Vertrauen, auf dem Felsen Israels, das „Wasser des Leben“ schenkt.

- Michael Schneider –

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