Schabbat-Lesung und Kommentar

Freitag, 29. Dezember 2006 |  ih Redaktion
„WA’JIGASCH – Und er trat heran“ 1. Mose 44,18 bis 47,27; Hesekiel 37,15 28

* Ein Jahrgang unserer Kommentarreihe zur Schabbatlesung ist nun nach 54 Wochenabschnitten vollendet. Nun wollen wir Höhepunkte aus der jeweiligen Parascha, dem Wochenabschnitt, kommentieren. Diese Schabbat-Lesungen sind genau die Wochenabschnitte, die am Schabbatmorgen in der Synagoge aus der Thorarolle gelesen werden.

Kommentar:
Unsere Lesung führt uns zu dem langerwarteten Ereignis in der Josefgeschichte, einem echten Happy-End! Josef gibt sich seinen Brüdern zu erkennen. So wird es mit Jeschua, dem Messias Ben-Josef, dereinst auch geschehen. Von Angesicht zu Angesicht erkennen sie ihn!

Doch zuvor muss noch der ‘letzte Benjamin’ zurückkehren, aber noch mehr muss zuvor geschehen: die Umkehr des Juda, der seine Lektion gelernt hat. Juda war jetzt bereit, sein Leben zu geben für den kleinen Bruder. Er hätte den Schmerz seines Vaters nicht noch einmal mit ansehen können.

Jetzt, nachdem die Worte der Buße ausgesprochen sind, und zwar vom Stammvater des Königshauses Israels, kann der immer noch ägyptische Josef die so lang ersehnten Worte sagen – nachdem er alle seine Brüder um sich versammelt und alle anderen hinausgeschickt hatte: „Ich bin Josef, euer Bruder, den ihr nach Ägypten verkauft habt.“ (45,1 4). Ich bin mir sicher, dass Jeschua sich heute auch kaum noch bezwingen kann, so sehr wünscht er sich, sich den Seinen erkennen zu geben!

Doch dies wird geschehen nach dem: „Schickt alle hinaus!“ Nur Josef und seine Brüder, kein Dolmetscher mehr und keine Verkleidung. So wird es auch mit der Wiederkunft Jesu sein: Nach der „Vollzahl der Heiden“ wird er sich seinen Brüdern, den Juden, offenbaren. „Dann werden sie ihn sehen, denn sie durchbohrt haben.“ Sacharja 12,10.

Perlen der Parascha:
„Und Josef sprach zu seinen Brüdern: Ich bin Josef ...“ Seit sie nach Ägypten gekommen waren, hatte Josef hart mit ihnen gesprochen. Sie konnten das natürlich nicht verstehen. Als aber die zwei hebräischen Worte „Ani Josef! – Ich bin Josef!“ zu ihnen gesagt wurden, war alles Fragen überflüssig. Die jüdischen Weisen in Chafez Chaim lehren, dass es so sein wird, wenn die Welt die zwei Worte hören wird „Ani Adonai! – Ich bin der HERR!“ Augenblicklich werden alle Fragen in Bezug auf die Welt und ihre Geschichte geklärt sein und alles Fleisch wird wissen, dass die Hand Gottes alles uns zum Guten geführt hat.

Josef tröstet seine erschrockenen Brüder: „Seid nicht bekümmert ... Denn zur Erhaltung des Lebens hat Gott mich vor euch hergesandt ... um euch einen Überrest zu setzen auf Erden und euch am Leben zu erhalten für eine große Errettung...“ Alles hatte im Heilsplan Gottes seinen Platz, ja, sogar die Ablehnung der Juden, wie es der Römerbrief im 11. Kapitel bestätigt. „Nicht ihr habt mich hierhergesandt, sondern Gott ... Gott hat mich zum Herrn von ganz Ägypten gemacht...“ (45,8-9) Das genau war und ist Jeschua heute: Herr der Welt. Hier verstummen auch die antisemitischen, falschen Lehren, die behaupten, die Juden seien selbst schuld an der Ablehnung, die sie erfahren und seien von Gott verstoßen.

Dann nehmen wir teil an der bewegenden Versöhnung der Brüder. Sie liegen einander weinend in den Armen und küssen ihren zuvor verhassten Josef, der nun ihr Retter geworden war.

Josefs erste Frage an die Brüder war: „Od Avi Chai – Ist der Vater noch am Leben?“ Und auch die Brüder berichteten dem Vater Jakob als erstes: „Od Josef Chai – Noch lebt Josef“. So zogen sein Vater und die ganze Sippe nach Ägypten, doch zuvor erhielt er von Gott die Zusicherung, die ihm so wichtig war: „Ich selbst ziehe mit dir nach Ägypten hinab, und ich, ich führe dich auch wieder herauf.“ (46,4)

Der Prophetenabschnitt aus Hesekiel 37 spricht von den zwei Hölzern. Ein Holz mit der Aufschrift ‘Juda’ und ein Holz mit der Aufschrift ‘Josef / Ephraim’, und ‘wie sie zu einem Holz wurden, so dass sie eins werden in meiner Hand!‘ (Verse 15-20) Dieses Bild zeigt die Juden, das Haus Israel, und die Gemeinde Jesu gemeinsam in Seiner Hand.

– Michael Schneider –

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