Die jüdischen Wurzeln der Anti-Israel-Vorbehalte der New York Times

Mittwoch, 1. Mai 2019 |  David Lazarus

Die anti-israelischen Vorurteile der New Yorker Times sind weithin bekannt und die Karikatur des Premierministers Benjamin Netanyahu, der diese Woche als Hund an der Leine von Präsident Trump dargestellt wurde, ist nur ein Beispiel für die Anti-Israel Propaganda des legendären Medienriesen.

Was die meisten nicht wissen, ist, dass die Neigung der Times, Israel zu Unrecht zu kritisieren bis in eine Zeit vor 120 Jahren zurückreicht, als ein reformierter Jude die Zeitung kaufte.

1884 kaufte Adolph Ochs, ein überzeugter Anhänger des reformierten Judentums, die junge Zeitung für 75.000 Dollar und sie wurde schnell zu einer der einflussreichsten Publikationen der Welt, aber nicht ohne eine klare politische Agenda. Der neue Times-Verleger Ochs war mit der Tochter des Rabbiners Isaac Mayer Wise verheiratet, dem führenden Vertreter des Reformjudentums in Amerika und dem Gründer des Hebrew Union College. Beide dieser Organisationen standen vehement gegen die Errichtung eines jüdischen Staates in Israel, und Ochs widmete einem Großteil der Berichterstattung in der Times diesen Bewegungen.

Diese reformierten Juden befürchteten, dass der Aufbau einer jüdischen Nation die Loyalität der amerikanischen Juden zu den Vereinigten Staaten in Frage stellen und den Antisemitismus aufstacheln würde. Sie wollten, dass das Judentum eine unauffällige, nicht konfrontative Religion sein sollte und sich niemals politisch engagieren, oder niemals mit einer nationalen jüdischen Identität in einem jüdischen Staat in Israel assoziiert werden sollte. Ochs selbst engagierte sich im Kampf gegen den Antisemitismus und nutzte erfolgreich seinen Einfluss, um andere Zeitungen davon zu überzeugen, ihre hasserfüllte Charakterisierung der Juden in der Presse zu unterlassen. Die Anti-Israel-Einstellung der Times erwies sich jedoch als bedrohliche Gefahr für das Überleben des jüdischen Volkes.

Die Anti-Zionist- und Anti-Israel-Haltung blieb in der Zeitung verwurzelt; sogar während des Zweiten Weltkrieges, als Juden versuchten, aus Nazideutschland in ihre Heimat Israel zu fliehen. Nach seinem Tod im Jahr 1935 wurde sein Schwiegersohn Arthur Hays Sulzberger zum Herausgeber der Times ernannt. So unglaublich es auch ist, Sulzberger, ebenfalls ein praktizierender Reformjude, war ein eifriger und ausgesprochener Befürworter des American Council for Judaism, eine Organisation, die im Juni 1942 gegründet wurde, um den Zionismus und die Rückkehr des jüdischen Volkes in das Land Israel zu bekämpfen (um Antisemitismus entgegenzuwirken, glaubten sie zu Unrecht). Sulzberger wurde regelmäßig kritisiert, weil er es abgelehnt hatte, in seiner Zeitung über den Wiederaufbau einer Heimat in Israel für das jüdische Volk nach dem Holocaust zu berichten. In einer Rede von 1946 behauptete Sulzberger, dass der Zionismus für einige der jüdischen Todesfälle in Holocaustsagen verantwortlich sei: „Meines Erachtens könnten Tausende von Toten jetzt leben“, wenn „die Zionisten“ die Staatlichkeit weniger betont hätten.

In den Jahren nach dem Holocaust, die zur Gründung des modernen Israel führten, unterstützten die meisten Juden und viele Nichtjuden die Errichtung eines jüdischen Staates, aber erstaunlicherweise lehnte der Reformierte Amerikanische Rat für Judentum und der Herausgeber der Times den Zionismus weiterhin ab, sogar noch im Jahre 1948.

Nach dem Sechs-Tage-Krieg und bis heute standen die Times konsequent hinter der unverantwortlichen und unrealistischen politischen Ansicht, dass Israel alle in den Kriegen eroberten Gebiete, einschließlich Jerusalem, aufgeben muss. In Übereinstimmung mit der linken Agenda der Zeitung fordert der derzeitige Jerusalemer Bürochef der Times, Thomas Friedman, ebenfalls Jude, weiterhin einen palästinensischen Staat in allen von Israelis bewohnten biblischen Gebieten, da dies der einzige Weg für ein Friedensabkommen ist. Friedman ist auch ein unerbittlicher Kritiker der Politik von Netanjahu und der israelischen Regierung. Die jüngste Verspottung Netanjahus in der der Times, die in jüdischen Kreisen auf der ganzen Welt als antisemitisch bezeichnet wird, ist nur eine weiterer Aspekt des fortlaufenden Vorhabens, Israel zu kritisieren, um die liberale, postmoderne politische Haltung der Zeitung zu unterstreichen. Antisemitismus, der sich gegen eine starke und sichere nationale Heimat für das jüdische Volk in Israel stark macht, ist ein tödlicher Fehler. Antisemitismus ist der Plan, um die Juden und ihren Gott vom Angesicht der Erde hinwegzufegen. Das jüdische Volk ist für die Welt eine ständige Erinnerung an einen Gott, der die richtigen moralischen Richtlinien für die gesamte Menschheit in einem einzigen monotheistischen Glauben aufgestellt hat. Der Staat Israel ist unser einziger irdischer Schutz. Elie Wiesel, Holocaust-Überlebender und hochdotierter Preisträger des Noble Peace Prize, sagte einmal: „Diejenigen, die glauben, Juden hätten Angst vor riesigen Armeen, und diejenigen, die dachten, man könnte den jüdischen Staat vom jüdischen Volk trennen, haben uns gründlich missverstanden.

(Foto: Creative Commons)

Möchten Sie mehr Nachrichten aus Israel erhalten?
Klicken Sie hier um den KOSTENLOSEN täglichen Newsletter per Email zu erhalten.

Aktuelle Ausgabe

FERIENWOHNUNG IM HERZEN VON JERUSALEM

Informationen unter:

E-Mail: info@israelheute.com

TEL.: 00972-2-6226880