Israel Heute Morgen

Mittwoch, 8. November 2017 |  Dov Eilon

Guten Morgen liebe Leser!

Auch heute bin ich schon sehr früh mit dem Bus nach Jerusalem gefahren. Die Straßen waren noch frei, so dass ich schon gegen halb sieben hier in Jerusalem war. Die Stadt hatte schon längst den neuen Tag begonnen, es sah so aus, als sei es schon viel später. Es ist sowieso alles relativ. Früher hätte ich es als fast unmenschlich gefunden, um halb sechs aufzustehen, heute wache ich schon vor dem Klingeln meines Weckers auf. Das Wetter ist noch immer sonnig und sehr angenehm. Allerdings nehme ich jetzt immer meine Jacke mit. Gegen Mittag werden in Jerusalem Temperaturen von um die 20 Grad erwartet, nirgendwo im Land soll die 30 Grad Marke erreicht werden, das wäre auch übertrieben, wir haben November.

Und hier ist das Wetter für heute in Israel:

Teils heiter, teils wolkig mit einem leichten Rückgang der Temperaturen. An der Küste kann es zu vereinzelten Regenschauer kommen. Folgende Höchsttemperaturen werden erwartet: Jerusalem 20 Grad, Tel Aviv 23 Grad, Haifa 21 Grad, Tiberias am See Genezareth 27 Grad, am Toten Meer 27 Grad, Eilat am Roten Meer 28 Grad. Der Wasserpegel des See Genezareth liegt unverändert bei -214.28 m unter dem Meeresspiegel.

Die frische Luft ist wirklich sehr angenehm und wohltuend. Und da es auch so bleiben soll, hat unser Gesundheitsminister jetzt vor, das Rauchen an öffentlichen Plätzen noch weiter einzuschränken. Schon heute ist das Rauchen in öffentlichen Gebäuden, Cafes, Restaurants, Stadien, Einkaufszentren und noch anderen Orten verboten. Allerdings dürfen Raucherecken eingerichtet werden, die aber die anderen nicht stören dürfen.

Das Rauchen in der Öffentlichkeit soll weiter eingeschränkt werden (Foto: Kobi Gideon/Flash90)

Jetzt soll das Rauchen auch in Freibädern, Sportanlagen, also überall dort, wo man sich sportlich betätigt, in Zoos und auch bei Veranstaltungen unter dem freiem Himmel verboten werden. Denn gerade Plätze unter freiem Himmel wurden gerne als Raucherzone angesehen. Die neue Verordnung soll den Nichtrauchern, das sind immerhin 80 % der Bevölkerung, das Recht auf saubere Luft an öffentlichen Plätzen garantieren. In den letzten Jahren ist man hier bei uns sehr intensiv gegen das Rauchen vorgegangen. Als ich vor einem Monat mit meinem Sohn beim Fußballspiel gegen Spanien im Teddy Stadion war, hat nicht ein einziger Mensch geraucht. So etwas wäre vor einigen Jahren undenkbar gewesen, ein Stadion war damals DER Platz zum Rauchen. Das erinnere ich noch gut aus meiner Kindheit, als ich immer zu den Heimspielen des VfB Oldenburg gegangen war, da hing der Rauch immer in der Luft und war ein Teil der Fußball-Atmosphäre. Schon komisch, dass wir das früher alles so hingenommen haben.

Wie schnell man sich auch bei uns an etwas gewöhnen kann, zeigt auch die seit Januar bestehende Regelung bezüglich der Plastiktüten. Israel war bis dahin mit Plastiktüten geradezu überfüllt. Jeder benutzte sie, nahm sie massenweise aus den Supermärkten mit, um sie dann später einfach in den Müll zu werfen. Dann kam das Gesetz, seit dem 1. Januar kostet eine Tüte 10 Agorot. „Das wird nie funktionieren“, dachte ich mir damals, „wir Israelis haben uns so an die Tüten gewöhnt, das klappt nicht.“ Hat es aber. Heute sehe ich, wie die Leute, mich eingeschlossen, mit Stofftaschen ausgerüstet in die Supermärkte gehen. Auch wenn eine Tüte nur 10 Agorot, etwas mehr als 2 Cent, kostet, ist man nicht bereit, dafür zu zahlen. „Ani lo frayer“, würde man auf Hebräisch sagen, das heißt „ich bin doch kein Trottel“. Der Israeli lässt sich eben nicht gerne über das Ohr hauen, so sagt man jedenfalls. Und da mag was dran sein. Daher nehmen wir eine Unmenge an Stofftaschen mit, „wir zeigen es denen im Supermarkt, wir brauchen deren Plastiktüten nicht.“ Verstehen Sie, was ich meine? Ich denke schon.

1.6 milliarden Plastiktüten wurden in Israel jedes Jahr benutzt. Damit ist jetzt Schluß.

Israel ist also vielleicht schon etwas sauberer geworden, aber es gibt noch viel zu tun.

Und das sind die Schlagzeilen , mit denen man sich heute hier bei uns beschäftigt: #MeToo auch in Israel. Ein bekannter TV-Produzent, Präsident des Fernsehkanals Keshet und Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees wurde vor einigen Tagen von einer bekannte Fernsehjournalistin vor der Kamera beschuldigt, sie belästigt zu haben. Und dann beschäftigt man sich natürlich weiterhin mit der U-Boot Affäre (Akte 3000) und dem Verhör eines engen Freundes und Beraters von Ministerpräsident Netanjahu.

Und nun wünsche ich Ihnen einen angenehmen und friedlichen Mittwoch. Machen Sie es gut.

Shalom aus Jerusalem

Dov

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